Milben

Aus Deutsches Jagd Lexikon - Wissen über Jagd, Natur, Naturschutz, Hunde und Outdoor
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Milben (Acari), sind eine Ordnung der Spinnentiere (Arachnida) im Stamm der Gliederfüßer.

Für die Wildtierkrankheit Räude sind die sogenannten Grabmilben (Sarcoptes) verantwortlich. Diese bohren bis zu 1 cm tiefe Gänge in die Haut ihres Wirts und legen dort ihre Eier ab. Das verursacht bei dem Betroffenen starken Juckreiz.

Die Männchen (205–285 µm lang und 145–210 µm breit) leben auf der Haut des Wirtstieres, nach der Kopulation sterben sie ab. Die größeren Weibchen (300 bis 500 µm lang und 225 bis 400 µm breit) leben 3 - 6 Wochen auf dem Wirtstier, bohren mit ihren Grabwerkzeugen Gänge in die Haut und legen hier bis zu 50 Eier ab. Nach 3-5 Tagen schlüpfen die Larven, die weiterhin in den Bohrgängen leben.

Diese häuten sich zu noch nicht geschlechtsdifferenziert Nymphen. Diese wiederum häuten sich nach weiteren 3-4 Tagen zu den adulten Grabmilben.

Die Systematik der einzelnen Grabmilbenarten ist in der Fachliteratur nicht eindeutig. Ursächlich dafür ist, dass die einzelnen Vertreter morphologisch nicht unterscheidbar sind dennoch eine eingeschränkte oder relative Wirtsspezifität besitzen. Sie können auch auf andere Wirte übergehen, verursachen dann aber nur eine zeitlich begrenzte Erkrankung.

Nach der Auffassung einer Spezies werden alle Grabmilben Sarcoptes scabiei zugeordnet und diese je nach Wirt einer entsprechenden Unterart zugeordnet (z. B. Sarcoptes scabiei var. hominis - Grabmilbe des Menschen; Sarcoptes scabiei var. canis - Grabmilbe des Hundes).

Nach der anderen Auffassung werden die Vertreter als eigenständige Arten, also z. B. Sarcoptes scabiei - Grabmilbe des Menschen, Sarcoptes canis - Grabmilbe des Hundes, Sarcoptes equi - Grabmilbe des Pferdes u.s.w. bezeichnet.

siehe auch Zecken

Literatur