Auerhahnbeller

Aus Deutsches Jagd Lexikon - Wissen über Jagd, Natur, Naturschutz, Hunde und Outdoor
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Auerhahnbeller, auch Auerhahnhund, Beller genannt, ein kleiner Jagdhund der früher zur Auerhahnjagd verwendet wurde.
Er sollte den Auerhahn auf dem Baum verbellen, sodaß der Jäger sich nähern konnte.

Krünitz führt dazu aus: " ... eine Art kleiner, brauner Hunde, etwa wie die Dachs=Kriecher oder Schliefer, welche runde Köpfe und etwas dünnere Mäuler haben. Man brauchet dieselben allein und insbesondere zu Auerhahnen, ausser der Falz, auch wohl zu Haselhühnern, dieselben vor ihnen zu schießen. Erstlich aber gewöhnet man den Hund an die welschen Hähne, daß er denselben nachläuft und sie verbellet. Wo auch Fasanen sind, läßt man ihn selbige ebenfalls suchen und verbellen. Wenn er denn erst da revieret, und dieses thut, so suchet man junge Auerhühner, daß er dieselben nur erst kennen lerne; alsdenn giebt es sich mit den alten, sie zu finden, und zu verbellen, gar leicht. Von andern Vögeln aber, wie auch von Wildpret, Hasen, Rehen, u. d. gl. mus er abgehalten werden. Dieser Hund ist nöthig, wo Auerhähne sind, und gehet es sich mit ihm gar wohl und bald um; nur mus man dabei behutsam und still verfahren. Wenn der Hund einen Auerhahn findet und aufjaget, so steiget dieser zu Baum, und wird ihn der Hund alsdenn verbellen. Indem nun dieses geschiehet, so schleichet man hinzu, und langet ihn mit der Büchse herunter. Ja man hat aus der Erfahrung, daß sich der Auerhahn auch sogar unten vor die Hunde gestellet, und vor solchen gehalten, weil sie klein sind; da er hingegen vor großen Hunden nicht so Stand halten würde. In Ermangelung eines solchen Hundes, thut man manchen vergeblichen Weg. Es sind zwar Einige, die da vorgeben, daß man den Auerhahn nur in der Falz schießen könne; allein, ein jeder erfahrner Weidmann wird gestehen müßen, daß man sie auch ausser dieser Zeit, auf die vorbeschriebene Weise, schießen kann. Uebrigens ist dieses hierbei noch anzumerken, daß die Jäger zuvor den Auerhahn sowohl in der Falzzeit verhören, wo sie ihren Stand haben, auch gegen Abend, wo sie einfallen; als auch ausser der Falz dieselbe ausmachen, und es sodenn der hohen Herrschaft mit gebührendem Respect melden müssen; da sich denn dieselben in der Falz=Zeit, des Nachts, an den Ort, wo der Hahn seinen Stand hat, begeben, und sich an der Pürschung desselben belustigen, ausser der Falz=Zeit aber dieselben mit Hunden suchen." (Band 2, Seite 721f.)

Literatur

  • Günther, J. O. H.: Vollständiges Taschen-Wörterbuch der Jägersprache. Für Jäger und Jagdfreunde. Jena, 1840
  • Heppe, Christian Wilhelm von: Einheimischer und ausländischer wohlredender Jäger: oder nach alphabetischerOrdnung gegründeter Rapport derer Holz-, Forst- und Jagd-Kunstwörter nach verschiedener teutscher Mundart und Landesgewohnheit. Regensburg: Montag, 1763, S. 40
  • Krünitz, Johann Georg: Oekonomische Encyklopädie oder allgemeines System der Staats- Stadt- Haus- und Landwirthschaft. 242 Bände. Berlin, 1773-1858
  • Otto, Christoph / Stahl, Johann Friedrich: ONOMATOLOGIA FORESTALIS-PISCATORIO-VENATORIA. oder vollständiges Forst- Fisch- und Jagd-Lexicon. Erster Teil, 1772, S. 286