Böhnhase

Aus Deutsches Jagd Lexikon - Wissen über Jagd, Natur, Naturschutz, Hunde und Outdoor
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Böhnhase, auch Bönhase, Beinhase genannt, abwertende, spöttische Bezeichnung für einen unerfahrenen und/oder schlechten Jäger.

Böhnhase bezeichnete ursprünglich einen Handwerker (Grimm und Willkomm nennen ausdrücklich den Schneider), der ohne einen Meistertitel zu haben, heimlich seinen Beruf ausübt.

Krünitz führt dazu aus: "Böhnhase werden unter den Handwerksleuten diejenigen genennet, welche nicht ordentlich Meister geworden, und doch das Handwerk heimlich treiben, die Arbeit wohlfeiler machen, und dadurch den rechten Meistern, welche bürgerliche Lasten tragen müssen, Schaden zufügen." (...) "Man nennet sie (...) Böhnhasen, weil sie sich gemeiniglich mit ihrer Arbeit auf den Boden des Hauses, oder in Niederdeutscher Sprache, auf dem Böhn, oder der Bühne, verstecken, und von den rechten Amtsmeistern aus einem Winkel in den andern gejaget werden." (Band 6, S. 66).

Umgangssprachlich wurder der Begriff zum Synonym für jemanden, der etwas verrichtet ohne es wirklich zu können oder zu dürfen.
Bei Döbel auch Wilderer.

siehe auch: Sonntagsjäger
siehe auch: Schneider
siehe auch: Wilderer

Literatur

  • Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm. 16 Bde. (in 32 Teilbänden). Leipzig: S. Hirzel 1854-1960, Band 2, Zeile 237
  • Döbel, Heinrich Wilhelm: Neueröffnete Jäger-PRACTICA Oder der wohlgeübte und Erfahrne Jäger, Darinnen Ein vollständige Anweisung zur gantzen Hohen und Niedern Jagd-Wissenschaft in Vier Theilen. Nebst einer Vorrede des Herrn Cantzlers Freyherrns von Wolf. 3. Bd., Leipzig, 1746. 2. erw. Aufl. 1754. 3. Aufl. 1783. 4. völl. umgearbeitet. Aufl. 1828.
  • Krünitz, Johann Georg: Oekonomische Encyklopädie oder allgemeines System der Staats- Stadt- Haus- und Landwirthschaft. 242 Bände. Berlin, 1773-1858, Band 6, S. 66 (1775)
  • Willkomm, Hans-Dieter: Die Weidmannssprache. Begriffe, Wendungen und Bedeutungswandel des weidmännischen Sprachgutes. Berlin: Deutscher Landwirtschaftsverlag, 1990, 2. Aufl. 2000, S. 21