Dohnensteig

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Dohnensteig; auch Dohnenstrich, Dohnenschneise, Vogelschneise genannt, eine größere Fangvorrichtung für den Vogelfang mit mehreren Dohnen.

Krünitz führt dazu aus: "Bei Anlegung eines Dohnensteigs oder einer Vogelschneiße wird gewöhnlich mehr auf den Fang der Zug= und Strichvögel, als der Heckvögel, das heißt derjenigen, welche in der Gegend ausgebrütet worden sind, gesehen. Man muß daher auch eine solche Gegend wählen, wo der Erfahrung gemäß viele Zugvögel im Herbste einfallen. Gewöhnlich sind dies etwas hochliegende und ruhige, mit 10--30 Fuß hohen Büschen und Stangen und einzelnen alten Bäumen bestandene Waldungen, auf deren Morgen= und Mittagsseite die Vögel am liebsten einfallen. Will man nun hier einen Dohnensteig anlegen, so suche man zu Anfang Septembers die alten Holzwege oder sonstige schmale lichte Streifen in den Dickigen auf, und bringe zu beiden Seiten derselben, bald rechts, bald links, etwa 6 bis 8 Schritte von einander entfernt und 5 Fuß vom Boden erhöht, die Hängedohnen oder Bügel an; doch lasse man die Schleifen vorerst noch gerade herunter hängen. Bemerkt man in der Folge, daß Vögel da sind, so beert man die Dohnen mit den zu Ende August sammt den Stielen abgebrochenen Vogelbeeren oder Ebereschenbeeren ein, und stellt die Schleifen hängend, worauf sich nun, besonders in den Morgen= und Abendstunden, und besonders bei nebeligem und regnerischem Wetter bald einige Vögel fangen werden. Von nun an muß der Dohnensteig täglich gegen Mittag begangen, die Vögel ausgenommen, die verdrehten Schleifen wieder gerichtet, und jede ausgebeerte Dohne mit frischen Vogelbeeren wieder versehen werden." (Band 227, S. 96f.)

siehe auch: Aufbeeren
siehe auch: Ausbeeren
siehe auch: Bodengericht
siehe auch: Dohnen
siehe auch: Gang
siehe auch: Hochgericht
siehe auch: Vogelfang

Literatur

  • Krünitz, Johann Georg: Oekonomische Encyklopädie oder allgemeines System der Staats- Stadt- Haus- und Landwirthschaft. 242 Bände. Berlin, 1773-1858