Räude

Aus Deutsches Jagd Lexikon - Wissen über Jagd, Natur, Naturschutz, Hunde und Outdoor
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Räudebefall bei einem Rothirsch mit großflächiger offener Stelle am Träger durch Scheuern an Bäumen

Die Räude ist eine durch Milben (Sarcoptesmilden beim Wild, Demondexmilben beim Hund) hervorgerufene und durch direkten Kontakt oder Lager- und Scheuerstellen übertragbare Hauterkrankung. Das Auftreten der Räude wird gefördert durch Nahrungsmangel bei z.B. überhöhter Wilddichte und Schwächung der Abwehrkräfte z.B. durch ständige Beunruhigung des Wildes.

An den erkrankten Hautstellen , hauptsächlich am Haupt, den Lauscher bzw. Tellern, dem Träger und der Unterbrust fallen die Haare aus und es kommt zur Faltenbildung. Durch den starken Juckreiz können offene, blutende, später auch eitrige Stellen auftreten.
Die Erkrankung führt zum Verenden durch frotschreitende Schwäche und Abmagerung.

Befallen werden kann jedes Haarwild und der Hund. Am Häufigsten ist Räude bei Gams und Fuchs festzustellen. Seuchenartig auftreten kann die Räude jedoch nur bei Wildschwein, Gams, Fuchs, Dachs und Waschbär.

Wegen der Häufigkeit der Räude beim Fuchs, nannte man sie auch Fuchskrankheit oder Fuchssucht.

Da eine Behandlung bei wildlebenden Tieren nicht möglich ist, kann man die befallenen Stücke erlegen und unschädlich beseitigen. "Bei Gamsbeständen wird vielfach Jagdruhe im Seuchenherd, aber Ausdünnung der angrenzenden Betsände empfohlen, um die Ausbreitung zu verhindern." (Claussen/David, S. 195)

Literatur