Weimaraner Vorstehhund

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Weimaraner Vorstehhund
Weimaraner.jpg
FCI - Standard Nr. 99
Patronat Deutschland
Klassifikation FCI
  • Gruppe 7: Vorstehhunde
  • Sektion 1: Kontinentale Vorstehhunde
  • Type 1.1.: Braque
Rassenamen laut FCI Weimaraner Vorstehhund, Weimaraner
Widerristhöhe 57 bis 70 cm
Gewicht 25-40 kg
Varietäten
  • Kurzhaar
  • Langhaar
Liste der Hunderassen
Zuchtverein

Allgemeines

Über die Entstehung des Weimaraner Vorstehhundes, auch Weimaraner genannt, gibt es zahlreiche Theorien. Fest steht nur, dass der Weimaraner Anfang des 19. Jahrhunderts am Hof zu Weimar von Großherzog Karl August von Sachsen-Weimar-Eisenach (1757–1828) gehalten wurde. Bis 1880 sah man den Weimaraner jedoch nicht als Rasse, sondern als abweichende Variante des Deutsch-Kurzhaar an. Ab etwa 1890 wird die Rasse planmäßig gezüchtet und zuchtbuchmäßig erfasst. 1897 wurde der "Verein zur Reinzucht silbergrauer Weimaraner-Vorstehhund" gegründet, aus dem der heutige deutsche Weimaraner-Klub hervorging.

Petri (2001) führt aus: "Die Weimaraner wurden von 1897 bis zum Jahre 1922 grundsätzlich in das Stammbuch Deutsch-Kurzhaar eingetragen. Später wurden diese in einem gesonderten Teil B geführt. Im Teil C waren übrigens die Württemberger eingetragen."

Zu Beginn des 20. Jahrh. schien der Weimaraner von Aussterben bedroht und nur den Bemühungen von Robert Herber in den 1920er Jahren ist es zu verdanken, das der Weimaraner nicht das Schicksal des Württembergers beschieden war.

Ab 1913 setzte sich Hegendorf und Forstrat Otto Stockmeyer für die Verbreitung der Rasse in Österreich ein. So verpflichtete Stockmeyer, der damals in Anstellung beim Prinz von Ratibor in Grafenegg war, seine angestellten Förster zum Führen des Weimaraners.

Der Weimaraner gilt nach dem Aussterben des Württemberger Vorstehhund als die älteste noch heute in Deutschland gezüchtete Vorstehhundrasse, die rein gezüchtet wird. Lediglich einige Pointer wurden in den letzten 100 Jahren eingekreuzt.

Die langhaarige Variante des Weimaraner wurde 1934 auf einer Ausstellung in Wien vorgestellt und von Hegendorf erwähnt. Bereits 1935 wurde der langhaarige Weimaraner anerkannt und im Rassestandard aufgenommen. "Der Langhaar-Weimaraner ist nicht durch Einkreuzung anderer (langhaariger) Rassen entwickelt, sondern ist "sprunghaft" durch Mutation entstanden. Langhaar ist gegenübe dem Kurzhaar reinerbig-rezessiv, was bedeutet, dass aus zwei langhaarigen Eltern nur noh langhaarige Nachkommen fallen können. Dies gilt selbst dann, wenn beide Langhaar-Eltern von kurzhharigen Hunden abstammen sollten." [1]

Neben seinen Qualitäten als Vorstehhund, beweist der Weimaraner seine Abstammung vom Leithund, durch seine Spur- und Fährtentreue mit tiefer Nase, die ihn für die Schweißarbeit und fürs Verlorenbringen prädestiniert.

In den 1950er Jahren entstand durch Kreuzung mit dem Böhmischen Rauhbart in der Slowakei ein rauhhaariger Weimaraner der als Slowakischer Rauhbart von der FCI anerkannt ist.

siehe auch: Altdeutscher Vorstehhund
siehe auch: Blauer Weimaraner
siehe auch: Kynologie

Weitere Informationen


Literatur

Website

Weimaraner Klub e. V.

Gallery

Einzelnachweise

  1. Bernd Krewer: Jagdhunde in Deutschland. völlig neu bearbeitete und bebilderte Auflage Melsungen: Neumann-Neudamm Verlag, 2012 S. 193